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Künstlermonographie Sybille Will

2 EDITORIAL Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde, Sibylle Wills Arbeiten sind keine leichte Kost. So scheint auf den ersten Blick nichts zusammen zu passen. Was sollen die schön geschminkten Gesichter auf den viel zu schmal gera- tenen Körpern? Was ist das für eine Nacktheit, die sich zu- gleich zu verstecken sucht? Weshalb schließen die Gesichter, die uns doch anzuschauen scheinen, ihre Augen? Dazu ein Malstil, der uns zögernd, zurücknehmend, auf besondere Weise unfertig erscheinen mag. Wir fühlen uns provoziert – aber warum? Als wir im Herbst letzten Jahres bekanntgaben, dass ­Sibylle Will zu den Vernissage Jahrespreisträgern 2012 gehört, ­erhielt ich eine wütende E-Mail von einem von mir ge- schätzten Künstler, der voller Erregung meinte, Kunst solle doch das Leben schöner machen und nicht wie die Arbeiten von Frau Will das Elend zeigen. Er hatte sich einen Tag später beruhigt und entschuldigt. Aber sind die Körper, die Will zeichnet, wirklich nicht schön? Oder haben wir uns bei ihren Bildern umgekehrt zu fragen, woher unsere Vorstellungen von Schönheit kommen? Vernissage-Mitarbeiterin Britta Weidner besuchte Sibylle Will in Kuchen bei Stuttgart und lernte sie als eine Künstle- rin kennen, die an ihre Arbeiten zugleich spontan und hoch reflektiert herangeht. Das Unfertige verweist auf die japa- nische Ästhetik, wozu passt, dass sie ohne Vorzeichnung zu malen beginnt. Andererseits geht sie mit ihren Bildideen oft wochenlang schwanger, fertigt unzählige Skizzen an. Sibylle Will passt sehr gut zu dem Grundgedanken von ver- nissage atelier, Emerging Artists vorzustellen, die neue Wege gehen, einen eigenen Stil suchen und sich dabei von dem Mainstream nicht beirren lassen. Wir hoffen, dass diese Auszeichnung, verbunden mit der hier vorliegenden Monografie, dazu beiträgt, sie einem noch ­größeren Kreis an Kunstinteressierten bekannt zu machen. Hans Burkert Vernissage Mediengruppe January aus der Serie See Me 2011 Mischtechnik auf Canvas 135 x 75 cm Titelbild Kaa (Detail) 2012 Acryl auf Leinwand 120 x 80 cm

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