Berthold von Kamptz ● Vita

1973 In Hamburg geboren
1989/90 Mitglied der Bands "Flash" und "The Highways"
1990 Mitwirkung bei den Filmen "Mandy" und "A Surfers Life", Requisite und Drehbuchautor
1991/92 Produktion des Films "Psycho - Das Geheimnis des Phantom-Killers" (115 Min.); großer Erfolg u.a. auf dem Fantasy Film Festival
1993 Abitur, Brginn als Maler
1992/94 Solo-Tournee als Sänger, Keyboarder mit selbstkomponierten und getexteten Songs (Indie-Rock-Pop, Blues, Psychedelischer Rock-Pop, Punk-Rock-Pop, Psychedelic, New Wave (Post-Punk), Acid)
1995-1998 Musikproduzent mit eigenem Studio (Graceland-Studios in der Moorweiderstrasse 36, 20146 HH, zusammen mit J.Saß (J.J.))
1998 Veröffentlichung der CD "Rhapsody of Ecstasy"
1999 Tod der Mutter, Tätigkeit als freischaffender Künstler, Auftragsmaler und -illustrator (Portraits, Wandbilder, komerzielle Illustrationen)
2002 Gründung des Ultra Creative Projects (Musik - Malerei - Projekt) mit Ella Baran und Ed Sobczak
ab 2003 zahlreiche Reisen (Ägypten, London, Mexiko, Polen, Mallorca, Teneriffa), diverse Ausstellungen im In- und Ausland (Deutschland: Hamburg, Berlin, Köln, Lüneburg; Spanien: Barcelona; Polen: Zielona Gora, ...), Gründung der Ultra Creative Gallery (ehemals Ariel Goral Galerie) in Hamburg mit Ella Baran
2003-2008 Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften HH und an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei Prof. Franz Erhard Walther und Prof. M. Lingner, Abschluss als Diplomdesigner (FH), Portraitaufträge u.a. für Udo Lindenberg und Peter Maffay; Auseinandersetzung mit Konzeptkunst, insbesondere mit Marcel Duchamp und Martin Kippenberger
2007 Auflösung des Ultra Creative Projects, lebt zeitweise in Barcelona
2008 lernt Maria Breton konnen
2009-2011 Gaststudium im Fachbereich der Kunstgeschichte, Wirtschaftswissenschaften, Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. Reisen in die Domenikanische Republik. Gründung der "Blue Fantasy Gallerie" mit Maria Breton
2010 Geburt der Tochter
2011 Geburt des Sohnes
2010-2013 Filmprojekte "Missing in Hamburg" - Reise und Wiederkehr und "Lost in Paradise"


BIOGRAFIE

Berthold von Kamptz hat ein umfangreiches sowie vielschichtiges Euvre vorzuweisen und ist als Geheimtipp in der Kunstszene bekannt. Der vielfältig talentierte Künstler vereint Musiker (Rock, Pop, Blues, Punk, New Wave), Filmemacher und Maler in einer Person – macht dabei vor keiner Thematik halt, welches das Gesamtwerk des Künstlers auszeichnet. Selbst bezeichnet er sich als geheimnisvollen „Allround-Künstler“, „Rebell“ und „Revoluzzer-Artist“, der sich sämtlichen Moden des zeitghenössischen Kunstmarktes entzieht. Und zurückgezogen in Hamburg lebt. „Ich versuche, ich selbst zu bleiben und lasse mich nicht vom lügnerischen Kunstbetrieb zum Roboter wider Willen machen“, teilt er in einem Brief mit. Der 1973 in Hamburg geborene Urneffe des berühmten Künstlers Fritz von Kamptz wusste mehrere Jahre nicht so recht, ob er lieber hauptberuflich professioneller Musiker oder Vollblutkünstler mit Schwerpunkt Malerei und Illustration werden wollte oder beiders. Auch hatte er zeitweise nach seinem Überraschungserfolg seines Low-Budget-Films „Psycho-Das Geheimnis des Phantom-Killers“ überlegt, ob er nun gänzlich seinen Schwerpunkt auf Film legen und professioneller Filmregisseur werden wollte, aber er verwarf diese Pläne, als er 1994 die private Kunstschule Blanckenes in Hamburg besuchte und seine Liebe zur Malerei und zum Zeichnen wiederentdeckte. Nach seiner mehrjährigen Arbeit als Profi-Musiker im eigenen Tonstudio, nach einer Tournee, einem Plattenvertrag und einer Veröffentlichung der CD „Rhapsody of Ecstasy“, wurde er spätestens 1999 hauptberuflich Vollblutkünstler, ohne die Musik aufzugeben, die er auch heute noch professionell betreibt. Berthold von Kamptz künstlerische Karriere begann 1989 als er als Keyboarder und Songwriter in verschiedenen Bands z.B. „die Highways“ und „Flash“ spielte. Damals begann der junge und introvertierte Künstler verstärkt mit dem Zeichnen, malte Comics, Konzertplakate für Rock- und Pop-Konzerte, schrieb verschiedene Song-Texte und Kurzgeschichten fürs Schülerforum. In dieser Zeit geriet er an eine Filmgruppe und wirkte als Co-Drehbuchautor an der Produktion des Filmdramas „Mandy“ mit, das spätestens 1990 erfolgreich beim Filmfestival Abgezoomt lief. Durch Glück und Beziehungen konnte von Kamptz auch an anderen Filmproduktionen mitwirken z.B. an der Requisite oder als Komparsen-Darsteller. 1990 produzierte er einen eigenen Low-Budget-Psycho-Thriller mit dem Titel „Psycho – das Geheimnis des Phantom-Killers“, der zum Underground-Hit wurde. Er lief u.a. in mehreren Kinos in Hamburg z.B. in den Kinos „Koralle“, in der „Markthalle“ und im „Metropolis“-Kino im Rahmen des Fantasy-Film-Festivals. Er wurde so im Norddeutschen Raum bekannt.

Auch trat er ab 1992 als Sänger und Keyboarder mit selbst geschriebenen Rock-Pop-Punk und New Wave Songs auf vielen Konzerten u.a. Markthalle Hamburg im Rahmen des Festivals „Rock gegen Drogen„ und auf dem Musikfestival Sittensen, auf dem er den 5. Platz machte auf, machte eine Tournee durch HH und Umgebung, gründete mit J. Saß und Konrad Halver das Studio „Graceland Studios“ (Moorweiodenstrasse 36, 20146 HH), produzierte Musik für verschiedene Auftragsproduktionen z.B. für das Kinderhilfswerk, produzierte verschiedene selbstkomponierte Songs für seine CD „Rhapsody of Ecstasy“, die schließlich nach einem Plattenvertrag 1998 veröffentlicht wurde und ein Prublikumserfolg wurde. Jedoch wurde ihm klar – während er auf Tourneen malte und Zeichnete – dass er lieber hauptberuflich Vollblutkünstler werden wollte. Die Musik, seine Erlebnisse in der Musikbranche und Bands wie Doors, Queen, Nirvana (Punk), Phil Collins, Joy Division übten einen großen Einfluß auf sein künstlerisches Schaffen aus. Neben seiner Tätigkeit als Auftragsillustrator und Zeichner, mit denen er sein Lebensunterhalt verdiente entstanden 1998/99 damals auch grafische Arbeiten, Tuschezeichnungen sowie Öl- und Acrylgemälde, in denen der junge Künstler schnappschussartig die Kultur der 1990er Jahre dokumentierte. In ihnen spiegelten sich damals die Erfahreungen, Sehnsüchte und Eindrücke de Generation x wider, deren Schlagwörter Orientierungslosigkeit, Überdruss und Zerrissenheit waren. Auch eigene Schicksalschläge hatte er damals in seinen Bildern verarbeitet z.B. den Tod seiner Mutter 1999. Die Auseinandersetzung mit seiner Biografie und als Profi-Musiker – sein wildes Leben damals, Alkohol und seine wilden Parties – wird in diesen früheren Arbeiten besonders deutlich Berthold von Kamptz entzieht sich bewußt dem zeitgenössischen Kunstmarkt und präsentiert ein vielseitiges, unkonventionelles Euvre, welches sich nur schwer kunstwissenschaftlich einordnen läßt. Der noch überschwängliche vom Punk und Musuik (Queen, Doors, Nirvana, Phil Collins, Joy Division) beeinflußte Stil der früheren Werke wich zunehmend einer sorgfältigeren und realistischeren Arbeitstechnik. Auch Landschaftsbilder und Stillleben mit einer positiven Bildaussage in Anlehnung an die Malweisen Alter Meister wie Caravaggio, Leonardo da Vinci, Rembrandt und Dürer und teilweise in Anlehnung an die Maler der Neuen Sachlichkeit der 20er Jahre entstanden damals ab 2007. Die Darstellung der Gesellschaft und die an die gerichtete Kritik bleibt jedoch weiterhin ein Hauptthema in den Arbeiten Berthold von Kamptz`. Seine Kritik richtet sich z.B. gegen die heutige korrupte Mainstream- und Gleichmacher-Kultur und zum Teil Kultur der Mittelmäßigkei, die jegliche Individualität unterdrückt. Bei jeder Gelegenheit skizziert er sein Umfeld auf Papier. Viele Motive dieser Papierarbeiten wurden als Postkarten bei Postkartenverlagen wie zum Beispiel Extra Card Hamburg und bei Go Card (New York) veröffentlicht. Beim Zeichnen und Malen nimmt er dabei oft die Rolle des stillen Betrachters ein, der die „erbärmlichen Verhältnisse unserer Zeit“ (von Kamptz) aufgreift und dabei auf Themen wie Liebe, Tod, Glauben, Erlösung, Einsamkeit, Terror und Krieg zurückgreift. Viele Arbeiten aus dieser Schaffensweise enthalten viel Rätselhaftes, Irritierendes und Geheimnisvolles, besitzen zudem meist ein surrealistisches Moment. Laut Kritiker sind viele Werke ein Mix aus morbider, geheimnisvoller, düsterer oder schwarzer Romantik, teils wirken sie gothicartig und wirken psychologisch - teilweise haben sie eine psychosexuelle Komponente – besonders einige, die an Caravaggio erinnern. Auch sieht man in vielen anderen Werken aus dieser Zeit Einflüsse von dem Maler Caspar David Friedrich. Beispielhaft für eine düstere, romantische Arbeit fungiert die Arbeit „In der Peinwüste“ (2004): In einer trostlosen, ausgedörrten, wüstenartigen Landschaft kauert ein zerzaustes Wesen, einer Krähe gleich, dessen verklebtes Gefieder an die Ölvögel einer Naturkatastrophe erinnert. Anstelle des Vogelkopfes sitzt das eingearbeitete Portrait des Künstlers und verweist damit auf die eigene Biografie. Daß das Werk von Kamptz stark durch die eigene Biografie beeinflusst ist, zeigen auch die vielfachen Selbstdarstellungen – oft selbstkritische Charkterstudien - innerhalb seiner Zeichnungen und Ölgemälde. Aber vielleicht steht die zu erkennende Person des Künstlers auch stellvertretend für den Bertrachter seiner Werke, der statt des Malers sich selbst in den Arbeiten wiedererkennen soll. Von Kamptz sucht den ernsten Dialog mit dem Betrachter seiner Werke. Er will Haltungen transportieren und zum Nachdenken anregen. Er deckt die Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft auf und regt den Betrachter damit zu einer kritischen Auseinandersetzung an. „Ich versuche das Sehen der Leute zu fördern. Sie sollen Dinge wahrnehmen, die ihnen vorher vielleicht nicht aufgefallen wären.“ Vielleicht deshalb begreift sich von Kamptz als Neo-Konzeptkünstler, der mit Kontexten, Bedeutungen und Assoziationen arbeitet und damit gewohnte Sichtweisen, Begriffe und Zusammenhänge der Welt hinterfragt. Nicht zuletzt, weil die Kunst nicht nur das Auge erfreuen, sondern zum Nachdenken anregen soll, sind neuere Arbeiten häufig brutale Schilderungen der äußeren Lebenswirklichkeit.
„Ich bin ein Sailor, ein Abenteuerer. Reiste viel, erlebte Höhen und Tiefen.“ Berthold von Kamptz ein rastloser Missionar, der mit seiner Kunst ein Stück weit die Welt zu verbessern sucht. Viele Arbeiten aus dieser Zeit präsentierte er in seiner 2004 mit seiner damaligen Lebesgefährtin Ella Baran gegründeten Ultra Creative Gallery in Hamburg, der ehemaligen Galerie des berühmten Künstlers Arie Goral.

Die Zeit in der Domenikanischen Republik und auf Haiti:

Nach der Trennung von Ella Baran und einer späteren weiteren gescheiterten Beziehung, lernte er 2008 Maria Breton kennen und reiste mit ihr mehrere Male für längere Zeit in die Domenikanischen Republik ab Anfang 2009. Damals und auch schon früher faßte er den Entschluß – zumindest teilweise oder zeitweise – aus Deutschland auszuwandern, da er mit der typischen norddeutschen oft kühlen, kleingeistigen, kleinbürgerlichen und kunstfernen Mentalität und mit bestimmten gesellschaftlichen und (kultur-)politischen Entwicklungen nicht mehr einverstanden war.
Auch reiste er von der Domenikanischen Republik aus mit Maria Breton nach Haiti. Die dortigen Erlebnisse und die Erlebnisse in der Domenikanischen Republik machten einen großen Eindruck auf ihn und hatten einen großen Einfluß auf seine damalige künstlerischer Schaffensphase ab 2009. Auch diese Bilder sind zum Teil düster-romantisch und geheimnisvoll und zeigen das Leben in der Domenikanischen Republik und in Haiti realistisch mit all ihren Schönheiten zum Beispiel der Landschaften, Geheimnissen, Rätsel und krassen Schattenseiten wie Armut, Kriminalität, Korruption, Gewalt, für Europäer erschreckenden Voodoo-Kult, andere merkwürdige Bräuche und Riten,...Es gibt viele Kriminalitäts-Opfer in der Domenikanischen Republik und Haiti und wissenschaftliche Studien haben Fakten, die belegen, daß jährlich ca. tausend Menschen an den Folgen des Voodoo- oder umstrittenen sogenannten „Zombie“-Kultes sterben in Haiti - auch wenn viele europäische Menschen das alles als puren Aberglauben abtun. Aber Einheimische wissen: Es passiert zuviel Unerklärliches in der Domenikanischen Republik und in Haiti- vieles was die Weißen nicht wissen und auf den oft völlig verwilderten Friedhöfen dort mit zum Teil offenen Gräbern und wo zum Teil Leichentücher, Knochenteile, Kerzen, leere Rumflaschen etc. rumliegen finden nachts - oft in Anwesendheit eines Bokors - merkwürdige Riten und Zeremonien statt, die teilweise die Bewohner dieser Umgebung beunruhigen. Auch von Kamptz wurde mehrmals in der Domenikanischen Republik überfallen und bedroht, er erlebt schwere Unruhen und bürgerkriegsartige Szenarien dort, er sah auch mehrere Tote, einmal wurde er dort schwerkrank und mußte zeitweise ins Krankenhaus, hatte aber Glück und kam mit dem Leben davon. Auch das Erdbeben erlebte er auf dieser Insel 2010, jedoch befand er sich zu diesem Zeitpunkt zum Glück nicht auf Haiti, sondern in Santiago in der Domenikanischen Republik und konnte sich dort in Sicherheit bringen. Trotz dieser schlimmen Erlebnisse, die er heute inzwischen gut verarbeitet hat, ist er von den vielen gastfreundlichen Einheimischen in der Domenikanischen Republik fasziniert, die sich trotz ihrer Armut ihre Lebensfreude und ihre Leichtigkeit bewahrt haben. Viel von dieser Leichtigkeit dieser Einheimischen hat von Kamptz inzwischen selbst übernommen.
Von Kamptz hat all diese Erlebnisse in Haiti und in der Domenikanischen Republik in seinen Bildern verarbeitet. „Hier mache ich in vielen Bildern auf das Elend in Haiti und in der Domenikanischen Republik aufmerksam und gleichzeitig auf die Schönheit der Landschaft. Leider sind viele dieser Bilder auf meinen Reisen dort verloren gegangen. Die übriggebliebenen Bilder aus dieser Zeit wirken oft trotz der sachlichen Darstellung ein bißchen wie Traumlandschaften. Schönheit und Idylle und Elend und Grauen liegen dicht beieinander, verborgene, geheimnisvolle Welten in der Domenikanischen Republik und in Haiti, die mich bei meiner Reise 2009 damals fasziniert haben. Ich beschäftige mich in meinen Bildern auch mit der Armut und der Hungersnot dort, mit der Kultur und zum Teil mit der Religion, wobei ich bei Voodoo aufgrund ihrer Gefährlichkeit Vorsicht walten lasse und mich davon gänzlich fernhalte. Ich bevorzuge lieber meine christliche Bilbel. Ich finde es dort auch faszinierend durch Fremdheit der Kultur, durch die vielen Geheimnisse, die die Domenikanische Republik und Haiti haben“. Sein neues Film-Drama mit dem Arbeitstitel „Lost in Paradise“ entstand in der Domenikanischen Republik, wobei ihn die Landschaften dort für sein Film inspiriert hatten.
Damals hatte er deshalb einen Teil seines Lebensmittelpunktes in die Domenikanische Republik verlagert und dort 2012 mit seiner Lebensgefährtin Maria Breton eine eigene Galerie, die „Blue Fantasy Gallery“ gegründet.